Weil ich dieses Land samt ihrer Einwohner gestern sehr schwarz sah, kam ausgleichenderweise ein gehöriger Klecks weiß auf mich zu, der mein Leben wieder in unendlich vielen Grautönen erscheinen lässt. Schön find ich grau. Deshalb liebe ich den (ehemaligen) Ostblock. Es gibt nirgendwo so viele Nuancen von grau, wie jenseits des gefallenen Vorhangs. Zudem wissen meine Freunde im noch-nicht-so-kapitalistischen-Ausland meine Qualifikation als Blogger sowie die Qualität meiner Blogs auch vielmehr zu schätzen. Na, ich weiß eh, ihr liebt Max Durst auch sehr, trotzdem hat mir aufgrund meiner revolutionären Gedanken, verpackt in buntes Blogpapier, hierzulande niemand angeboten, Teil eines Soundtracks zu werden. Ja, ihr habt richtig gelesen, Teil eines Soundtracks. Aber ich habs euch immer schon gesagt: „Die Wahrheit ist meist unbequem und kann das Wohlbefinden verringern. Passiv bloggen macht auf Dauer blöd, echt he. Kommentiert keinesfalls Beiträge, wenn ihr Antworten erwartet oder keinen Spott vertragt.“ Das ist die Formel. So läuft das Spiel. Ich für meinen Teil habe die Regeln befolgt, dazu sind Regeln ja auch da. Und weil eure comments nur selten den Nerv des Blogs getroffen haben, war halt auch ich derjenige, der in den wunderschönen, grau melierten Ostblock gefahren ist/ fahren durfte (hier verweise ich auf das Foto des gestrigen Blogs) genau genommen nach Polen, um einer Lebensphilosophie Klang und Stimme zu verleihen. Einer Lebensphilosophie, die am Praterstern beginnt und, halt wie alles andere, auch am Praterstern endet. Nämlich unter dem Stern, aber nicht IN, sondern Dank eines Phänomens namens Contact High, NEBEN dem Abgrund. and the big wheel, keeps on turning… (jawoifi!)
Archive for the ‘Science Facts’ Category
Hinter den Wolken die Sonne wartet
Wednesday, March 18th, 2009Sarah`s Stimmen
Wednesday, March 4th, 2009
Schweiz, 1993: Die zehnjährige Sarah wird seit über neun Monaten von flüsternden Stimmen am Einschlafen gehindert. Mehrere konventionelle Untersuchungen und Behandlungstherapien verpuffen wirkungslos. Die Stimmen werden lauter und deutlicher. Bald nehmen die Stimmen Form von sieben Gestalten mit unterschiedlichen Charakteren an. Sarah kann die Wesen zeichnen, die Nächte werden für die ganze Familie zum Martyrium. Über Umwege erfährt Sarahs Mutter von einem „Heiler“, der die Familie nach einem Vorgespräch in einem alten, umgebauten Bauernhaus in einem Dorf in der Umgebung Zürichs besucht. Nach einem ersten Ritual und der Verordnung einer Teemischung sowie einem Kräutersäckchen, dass Sarah zum Schutz um den Hals tragen soll werden die Stimmen noch kräftiger, die Gestalten aufdringlicher. Die Eltern sind verzweifelt.
Zur Wintersonnenwende wird der ausgebildete Drogist René Strassman von dem besagten Heiler zu einem Pilzritual eingeladen. Sie vereinbaren bei Gelegenheit einen Teil der Nacht der kleinen Sarah zu schenken. Das Ritual findet in Abwesenheit von Sarah und ihren Eltern statt. Am darauf folgenden Tag berichtet die Mutter, Sarah sei gegen 04:00 Uhr schreiend und weinend erwacht. Sie hatte Schmerzen und es gelang nicht, sie zu beruhigen. Zwischen 06:00 Uhr und 08:00 Uhr schlief sie, danach erwachte sie mit starken Ohrenschmerzen im linken Ohr. Am nächsten Tag löst sich ein Pfropfen aus diesem Ohr und mit ihm lösen sich die Stimmen von Sarah. Zumindest bis zum Juni 1995. Sarah ist älter jedoch geworden. (in: Rätsch, Chr./Liggensdorfer R.: Pilze der Götter. 1998)
Was ist Contact High?
Monday, February 9th, 2009
Das geht ganz einfach. Wir könnten dir jetzt etwas von Spiegelneuronen erzählen, davon, dass bei bettlägerigen Patienten der Heilungsprozess enorm beschleunigt werden kann, wenn sie einfach Videos von Menschen, die die momentan eingeschränkten Bewegungen ausführen, sehen und von diversen Emotionstheorien, zum Beispiel von der Zwei-Komponenten-Theorie von Schachter und Singer, die besagt, dass Emotionen eine Folge der Kausalattribution einer physiologischen Erregung sind. Kurz, du weinst nicht, weil du traurig bist, sondern du bist traurig, weil du weinst. Und weinen tust du deshalb, weil du andere weinen siehst.
Vermutlich ist dir das alles viel zu kompliziert für dich, vor allem, weil du dich eigentlich nur dicht machen willst. Aber gleichzeitig auch auf deine Gesundheit achtest. Und dich ärgerst, dass Drogen nicht von der Deflation betroffen sind.
Deshalb Contact High. Deine Mitmenschen bauen sich irgendwelche Sachen ein, und du wirst auch ein bisschen dicht, ohne selbst aber zu konsumieren.















